L-Carnosin – der Leitfaden
Stand: April 2003
Dieser gültige Leitfaden informiert Sie über den
Wirkstoff L-Carnosin (Ethos-Endymion) auf der Grundlage wissenschaftlicher
Forschungen, Testreihen und Erfahrungswerten. In dieser Informationsschrift
sind die Inhalte veröffentlichter Dokumente und Artikel aus einer Reihen von
Quellen (im Internet auffindbar) zusammengefasst. Die Schrift wurde speziell
zur Information und Aufklärung für die Mitglieder von Ethos verfasst.
L-Carnosin und Alzheimer
Die tückische Alzheimer-Krankheit gehört nach allem,
was bisher bekannt ist, zu den sogenannten Angiogenese-abhängigen Störungen (zu
diesen gehören beispielsweise auch die verschiedenen Formen von Krebs!). Um
eine solche Krankheit zu behandeln beziehungsweise ihr vorzubeugen, bedarf es
aller Wahrscheinlichkeit nach der Entwicklung eines anti-angiogenetischen
Medikamentes, das den abnormalen Zellwuchs im Gehirn attackiert. In einem
Leitartikel im Lancet wird auf mehrere Labortests und klinische Untersuchungen
zur Untermauerung dieser Hypothese
hingewiesen.

Abbildung des Gehirns: Hier wird der rasche und
massive Zellverlust bei Alzheimer aufgezeigt.
Der Hauptgrund für die Zerstörung von Gehirnzellen
bei Alzheimer-Patienten beruht vermutlich auf der gestörten Produktion von proteasome,
einem Protein, das für die Entfernung von beschädigten und unbrauchbar
gewordenen Proteinen aus den Gehirnzellen verantwortlich ist.
Vorangeschickt sei für Interessierte eine so einfach
wie möglich gehaltene Erklärung biochemischer Zusammenhänge: Die Substanz Carnosine ,
um die es in diesem Leitfaden geht, verleiht dem Proteasom einen umfassenden
Schutz und bekämpft auf diese Weise die Alzheimer-Krankheit. Carnosin gehört
zur Gruppe der sogenannten Dipeptide, die auch als Neuropeptide und
Neuro-Überträger bezeichnet werden. Bei Alzheimer-Patienten entwickeln sich
Ablagerungen des gefährlichen Proteins Amyloid außerhalb der Zellen sowie ein
mikroskopisches Gewirr von Fibrillen in den Nervenzellen. In Versuchsreihen hat
sich gezeigt, dass die Behandlung mit Carnosin die durch das β-Amyloid
verursachte Zellzerstörung reduzieren oder sogar völlig verhindern kann.
Carnosin blockiert und deaktiviert
β- Amyloid und schützt auf diese Weise das Nervengewebe vor der ansonsten
unvermeidlichen Demenz.
Darüber hinaus schützt Carnosin die Gehirnzellen,
indem es hochgiftige Alpha- und Beta-unsaturierte Aldehyd-Acroleine bekämpft.
Auf diese Weise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Annahme, dass Carnosin
bei einer Zellzerstörung durch Oxidation als „toxikologischer zweiter
Botschafter“ tätig wird.
Jüngste Forschungen haben außerdem bestätigt, dass
das giftige Aldehyd Crotonalaldehyd (CA) letzten Endes im Verlauf der Peroxidation
von Lipiden zur Zerstörung von Proteinen
führt. Carnosin bekämpft sämtliche
Aldehyde: Damit lässt sich seine heilsame Wirkung bei der Vorbeugung von
Alzheimer und anderen Krankheiten, die mit Oxidations-Stress einhergehen,
erklären. Darüber hinaus beschützt Carnosin, wie bereits gesagt, die
Proteasome, Protein-Moleküle zur Entgiftung der Gehirnzellen. Carnosin entfernt
zudem Schwermetalle aus den Gehirnzellen. Den dazu nötigen biochemischen
Prozess nennt man Chelation (dabei „krallt“ – von dem griechischen Wort für
„Kralle“ stammt der Begriff - das Carnosin sich sozusagen in die überschüssigen
Metalle in den Zellen und dem Blutstrom, das heißt, es geht mit ihnen eine
Verbindung ein, so dass sie ausgeschieden werden können).
Im Laufe der letzten Jahre ist das Interesse an
Carnosin weltweit in erheblichem Maße gestiegen, und zahlreiche Experten sagen
voraus, dass diese Substanz sich in absehbarer Zeit zu einer
Behandlungs-Grundlage für Menschen aller Altersgruppen entwickeln wird –
besonders jedoch für Menschen um Vierzig und darüber.
In Amerika, Großbritannien, Japan und in den
skandinavischen Ländern wird Carnosin bereits von Spezialisten, die sich mit
der Bekämpfung von Alterungs-Erscheinungen befassen, sowie von
Ernährungsberatern als wertvolles Nahrungsergänzungsmittel empfohlen und
eingesetzt. Es hat keinerlei derzeit bekannte unerwünschte Nebenwirkungen oder
Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen.
Carnosin und der Alterungsprozess der
Zellen
Die letzte Phase der Lebensdauer von sich teilenden Zellen
bezeichnen wir mit dem Begriff Seneszenz. Laboruntersuchungen zu diesem Prozess
deuten darauf hin, dass es sich bei den im vorigen Abschnitt geschilderten
Vorgängen nicht um Zufälle handelt. Carnosin verfügt tatsächlich über die
bemerkenswerte Fähigkeit, Zellen, die sich der Seneszenz nähern, zu verjüngen,
ihnen ihre normale Erscheinung wieder zu verleihen und die Lebensdauer der
Zellen zu verlängern.
Wie gelingt es dem Carnosin aber, die Zellen zu
verjüngen?
Noch haben wir keine rundum befriedigende Antwort auf
diese Frage, aber die Eigenschaften des Carnosin verstärken vermutlich
bestimmte Schlüsselmechanismen der Alterung von Gewebe und Zellen sowie
gleichzeitig die Vorgänge, die dieser Alterung entgegenwirken.
Die heilsame Wirkung von Carnosin auf den Körper
umfasst weite Bereiche:
Es hilft beim Erhalt des PH-Gleichgewichtes in den
Muskeln bei körperlicher Anstrengung, es ermöglicht die Entfernung von
Schwermetallen (vor allem von Kupfer und Zink) aus dem Körper, es bekämpft
freie Radikale und aktive Zucker-Moleküle, es sorgt für den Erhalt der
angeborenen Funktionalität der Zellen unter Oxidations-Stress und es liefert
nicht zuletzt einen Schutz für die Proteasome.
Die üblicherweise auftretenden Alterserscheinungen
werden ganz erheblich reduziert.
Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass Carnosin die
äußere Erscheinung der Versuchstiere erheblich verbessern konnte und sich zudem
positiv auf das Verhalten und die durchschnittliche Lebensdauer dieser Tiere
auswirkte.
Bei den folgenden altersbedingten Krankheiten und
Störungen kann sich eine Behandlung mit Carnosin als hilfreich erweisen:
-
neurologische Degeneration (dazu
gehören Alzheimer, Parkinson, Epilepsie, Depressionen, Schizophrenie, leichte
Behinderungen im kognitiven Bereich, Demenz und Schlaganfall)
-
Störungen des autistischen
Bereichs, ADHD (Aufmerksamkeits-Defizit mit Hyperaktivität) Asperger-Syndrom,
Legasthenie, Dyspraxie, Tourette-Syndrom
-
Zellalterung (Seneszenz) im
Allgemeinen
-
Quervernetzungen der Augenlinse
(Katerakte)
-
Quervernetzungen von Haut-Collagen
(Haut-Alterung)
-
Entstehung von Endprodukten
fortgeschrittener Glykation (AEGs)
-
Anhäufung beschädigter Proteine
-
Muskel-Atrophie
-
Defizit bei der Gehirn-Zirkulation
(Schlaganfall)
-
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
-
Diabetes und deren Komplikationen
Carnosin als multi-funktionales
Nahrungsergänzungsmittel ist eine relativ neue Entdeckung. Es handelt sich
dabei um einen wahrhaft erstaunlichen physiologischen antioxidierenden
Wirkstoff, der zudem hundertprozentig natürlich ist. Zu den zahlreichen biologischen
Wirkungsweisen gehören – abgesehen von den oben bereits erwähnten – außerdem:
-
umfassende, vielseitige
antioxidierende Aktivität
-
Unterstützung der Vitalität der
Muskeln
-
Verbesserung von Kraft und
Leistungsfähigkeit der Muskeln
-
Beschleunigte Erholung nach
körperlicher Hochleistung, z.B. nach Sprints
-
Verhinderung von Zellschädigung
durch Alkohol
-
Wirkung als Neuro-Überträger (d.h.
als chemischer Botschafter) im Gehirn und in den Nerven
Nebenwirkungen: Es sind keine bekannt. Carnosin
ist nicht toxisch.
Pharmakologischer und biochemischer
Hintergrund
(Auf diesen Bereich soll lediglich in Kürze und in
für den Laien verständlicher Weise eingegangen werden. Tiefergehende
Informationen – vor allem für den Bedarf von Fachleuten - sind auf Wunsch
jederzeit erhältlich.)
Carnosin ist eine hundertprozentig natürliche
Substanz, die zu den sogenannten Dipeptiden gehört. Aufgrund seiner das Gehirn
schützenden Eigenschaften wird es auch häufig als Neuropeptid bezeichnet.
In der Natur ist Carnosin in gesunden Muskeln, dem
Herzen, dem Gehirn, der Leber, den Nieren und in anderem Gewebe auffindbar.
Carnosin wirkt zusammen mit anderen biologischen
antioxidierenden Wirkstoffen wie zum Beispiel Vitamin E, Vitamin C, Zink und
Selen, und es reduziert zugleich den Verbrauch der genannten Substanzen im
Gewebe. Personen mit latentem Vitamin E-Mangel verbrauchen wesentlich mehr
Carnosin als andere (an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass ein Großteil
der Weltbevölkerung von Vitamin E-Mangel betroffen ist, wie weltweit
durchgeführte Studien beweisen).
Unter den Nahrungsmitteln ist Fleisch als
Hauptlieferant von Carnosin zu nennen. Um eine heilsame Wirkung zu erreichen,
sind hohe Dosen von Carnosin notwendig, da der Körper das Carnosin auf
natürliche Weise wieder abbaut. Aus der Nahrung kann Carnosin zu 30% bis 70%
aufgenommen werden, wobei ein Großteil der Aufnahme im Dünndarm stattfindet.
Über das Blut gelangt Carnosin sodann in die Muskeln, ins Gehirn und in anderes
Gewebe. Das menschliche Blutplasma enthält keine messbaren Mengen von Carnosin,
weshalb ein möglicher Mangel an dieser Substanz nicht mit Hilfe eines Bluttests
festgestellt werden kann.
(Zum Vergleich: Das Blutplasma von Pferden enthält
eine messbare Menge an Carnosin. Bei einer Muskelverletzung eines Pferdes
erhöht sich der Gehalt in den Muskeln, und eine Bestimmung des Plasma-Carnosins
kann somit zur Feststellung von Muskelverletzungen genutzt werden.)
Zu den biologischen Funktionen von
Carnosin gehören:
-
Milderung der Auswirkungen von
Milchsäure in den Muskeln (dadurch bleibt selbst bei großer körperlicher
Anstrengung, zum Beispiel bei Sprints, der pH-Wert neutral)
-
Umfassende antioxidierende
Aktivitäten
-
Fähigkeit zur Zerstörung freier
Radikaler
-
Isolierung von Aldehyden
-
Verhinderung der Glykation
-
Verhinderung der Karbonylation von
Proteinen
-
Funktion als Neuro-Überträger, auch im Gehirn und den
Nerven
-
Verbindung mit und anschließend
Abbau von Schwermetallen
Als Nahrungsergänzungsmittel kann Carnosin sich bei
der Behandlung von diabetisch bedingten Komplikationen sowie bei
Atherosklerose, Alzheimer, Parkinson, Epilepsie, Autismus, Legasthenie,
Schizophrenie und bei diesen verwandten Erscheinungen als hilfreich erweisen.
Kupfer und Zink werden im Verlauf einer normalen
Hirntätigkeit freigesetzt. In einer leicht übersäuerten Umgebung, wie sie für
die Alzheimer-Krankheit typisch ist, werden sie jedoch auf ihre ionische Form
reduziert und erweisen sich damit als toxisch für das Nervensystem. Die
Forschung hat gezeigt, dass Carnosin in der Lage ist, diese toxische Wirkung
von Kupfer und Zink im Gehirn aufzufangen.
Auf Wunsch sind umfassendere wissenschaftliche
Informationen, auch in Bezug auf die Wirkung von Carnosin bei der Bekämpfung
der Glykation und der Peroxidation, jederzeit erhältlich.
Ein kurzer historischer
Überblick:
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Substanz
Carnosin von dem russischen Wissenschaftler W.S. Gulewich entdeckt. Er war es
auch, der die Struktur des Wirkstoffs bestimmte. Bei dieser Entdeckung handelte
es sich um das erste und zugleich um das einfachste Beispiel für ein biologisch
aktives Peptid (genauer gesagt ein Dipeptid). Es bereitete einer langen Liste
von natürlichen Protein-Regulatoren des Stoffwechsels den Weg. Die ersten
Jahrzehnte waren vor allen Dingen umfassenden Forschungen zur Struktur,
Verteilung und zu den Eigenschaften der Zusammensetzung gewidmet. Man erkannte,
dass Carnosin in einem direkten Zusammenhang zur den Funktionen von reizbarem
Gewebe, wie zum Beispiel den Muskeln und dem Gehirn, steht.
1953 gelang einem weiteren russischen
Wissenschaftler, namentlich S.E. Severin, der Nachweis, dass Carnosin die
Wirkung der durch Muskelbewegung produzierten Milchsäure effektiv abfedert und
dass somit durch die Gabe von Carnosin die Leistungsfähigkeit der Muskeln erheblich
erhöht werden kann. Durch den Verbrauch von Carnosin sammelt sich Milchsäure in
den Muskeln an, der pH-Wert sinkt, und
die Muskeln zeigen Anzeichen von Ermüdung. Wird ihnen jedoch wieder Carnosin
zugefügt, so erholen sich die Muskeln beinahe im Handumdrehen und nehmen ihre
Arbeit wieder auf, als wären sie nicht im Geringsten erschöpft gewesen. Diese
Erscheinung wurde unter dem Namen „Severin-Phänomen“ bekannt.
Jeder, der über ein gewisses Maß an Erfahrung mit
sportlicher Betätigung verfügt, wird schon einmal erlebt haben, wie sich
körperliche Erschöpfung anfühlt. Er wird somit gut verstehen, welche immense
Bedeutung der Einnahme von Carnosin auf dem Gebiet des Sports zukommen kann.
Erst in letzter Zeit hat das allgemeine Interesse
an dieser natürlichen, ungiftigen Substanz zugenommen. Dies geschah infolge der
dramatischen Entdeckungen, die australische und britische Wissenschaftler zur
Wirkung von Carnosin bei der Bekämpfung von Alterserscheinungen gelangen.
Obwohl Wirkung, die Carnosin im Kampf gegen die Begleiterscheinungen des Alters
einnimmt, uns seit bald einem Jahrhundert bekannt ist, hat sich die Forschung
erst in den letzten Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Kaum hatte
man die neuen Erkenntnisse verdaut, da wurde – im Jahre 2002 - aus den USA die
nächste bahnbrechende Entdeckung bekannt: Das Team des Wissenschaftlers (einem
Vorreiter auf dem Gebiet der Kinderneurologie) Dr. Michael Chez berichtete von
einer dramatischen Wirkung von Carnosin, die bei der Behandlung von
autistischen Kindern beobachtet worden war.
Carnosin bei der
Oxidations-Bekämpfung
Zwar soll der biochemische Aspekt hier, wie bereits
erwähnt, lediglich angerissen werden, doch sei auf einige entscheidende Punkte
zumindest in aller Kürze und so verständlich wie möglich hingewiesen:
Carnosin ist ein anti-oxidierender Wirkstoff, der die
Zell-Membrane schützt und stabilisiert. Als wasserlöslicher Zerstörer von
freien Radikalen (die Oxidations-Stress im Körper verursachen) verhindert es
speziell die Peroxidation von Lipiden innerhalb der Zell-Membrane. Viele andere
anti-oxidierende Wirkstoffe, wie zum Beispiel die Vitamine E und C, hindern
freie Radikale am Eintritt ins Gewebe. Ist ihre erste Verteidigungslinie jedoch
einmal durchbrochen, haben sie keinerlei Wirkung mehr. Carnosin hingegen ist
nicht nur bei der Vorbeugung wirksam, sondern bleibt auch noch aktiv, wenn die freien Radikalen
bereits anfangen, weitere gefährliche Verbindungen einzugehen. Carnosin schützt
und verlängert das funktionelle Leben der wichtigsten Aufbauzellen des Körpers,
nämlich der Proteine, des DNA und der Lipide. Es kann daher mit Fug und Recht
als ein Wirkstoff zur Lebensverlängerung bezeichnet werden. Umfangreiche
Forschungen zur hier angerissenen Wirkung von Carnosin wurden unter anderem von
Burcham im Jahre 2002 durchgeführt.
Durch Oxidations-Stress und Traumata können die
vorhandenen Carnosin-Mengen im Körper reduziert werden, wodurch sich
möglicherweise die erhöhte Mortalität älterer Menschen nach Stress und
traumatischen Erlebnissen erklären lässt. Daher ist ein umfassender Schutz vor
der Oxidation zur Erhaltung der Gesundheit unumgänglich. Um dieses Ziel zu
erreichen, ist Carnosin der geeignete Wirkstoff schlechthin.
Die Wirkung von Carnosin bei der Bekämpfung von Begleiterscheinungen des Alters
reicht jedoch, wie wir noch sehen werden, weit über den anti-oxidierenden
Effekt hinaus.
Carnosin beim Abbau von Schwermetallen
Zahlreiche Forscher gehen davon aus, dass die
heilsame Wirkung von Carnosin zumindest teilweise auf seiner Fähigkeit zur
Verbindung mit Schwermetallen und
daraufhin zu deren Abbau beruht. (Studien dazu: Miller und O’Dowd 2000; Chez
und andere 2002). Für gewöhnlich werden Therapien zum Abbau von Schwermetallen
durch intravenöse Infusionen durchgeführt. Dabei verwendet man in der Regel
Substanzen (z.B. Dinatrium EDTA oder Penicillamin), die sich in den Zellen und
dem Blutstrom mit den überschüssigen Metallen verbinden, so dass diese über die
Leber und die Nieren ausgeschieden werden können. Diese Therapie wird besonders
oft bei berufsbedingten Schwermetall-Vergiftungen angewendet. In Privatkliniken
findet sie jedoch auch als ergänzende Therapie bei der Behandlung verschiedener
Krankheitserscheinungen statt, da sie die folgenden Heileffekte zeitigen kann:
-
Befreiung von verstopften/verkalkten
Arterien
-
Senkung von Bluthochdruck
-
Verringerung der Aktivität von
freien Radikalen
-
Verbesserung der
Sauerstoff-Aufnahme in den Zellen
-
Entfernung von toxischen
Schwermetallen aus dem Körper
-
Verbesserung der
Gedächtnisleistung
-
Linderung von Schmerzen in den
Gliedmaßen
-
Steigerung der Elastizität der
Blutgefässe
-
Verbesserung der Blutzufuhr zum
Herzen, zum Gehirn, zu den Körperorganen und den Beinen
-
Verbesserung der Aktivität von
Enzymen.
Im Zusammenhang mit Impfungen mag sich der Abbau von
Schwermetallen mit Hilfe von Carnosin als sehr bedeutsam erweisen, da in fast
allen Impfstoffen organisches Quecksilber enthalten ist. Seit den Dreißiger
Jahren ist jedoch allgemein bekannt, dass Quecksilber eine toxische Wirkung auf
das zentrale Nervensystem ausübt. Jedes geimpfte Kind und auch jeder geimpfte
Erwachsene sollte daher als Vorbeugungsmaßnahme Carnosin einnehmen, um die
erwähnten Giftstoffe so schnell wie möglich wieder aus dem Körper zu entfernen.
Nachdem man EDTA als einen Wirkstoff zum Schwermetallabbau
erst einmal entdeckt hatte, wurde diese Therapie rasch zu einer beliebten
„alternativen“ Behandlungsmethode. Einige Wissenschaftler wiesen darauf hin,
dass die Verhärtung von Arterien rückgängig gemacht werden könne, indem man das
Calcium aus ihren Wänden entfernte. Der erste Hinweis darauf, dass EDTA bei der
Behandlung von Patienten mit Atherosklerose hilfreich sein könnte, stammt von
Clarke, Clarke und Mosher aus dem Jahre 1956.
Ein interessantes Phänomen wird von der spanischen
Costa del Sol berichtet: Dort lässt sich eine Anzahl älterer Menschen sich
regelmäßig mit EDTA behandeln. Die Behandelten geben an, diese Therapie habe
sie bis in ein goldenes hohes Alter hinein am Leben und zudem auch bei bester
Gesundheit erhalten. Die Behandlung mit EDTA ist jedoch teuer und mühsam, da
die Substanz nach und nach intravenös in einer Klinik verabreicht werden muss.
Eine einzige Behandlungssitzung dauert für gewöhnlich 3 Stunden, und zwischen
10 und 20 Sitzungen sind mindestens nötig, um die Arterien zu reinigen.
Carnosin hingegen verfügt als
Nahrungsergänzungsmittel offenbar über sämtliche Eigenschaften, die zum Abbau
von Schwermetallen nötig sind. Es verfügt darüber im selben Maße wie EDTA,
bietet anders als dieser teure Wirkstoff aber die Möglichkeit zu einer
preiswerten oralen Therapie. Carnosin ist – wie bereits erwähnt - in der Lage,
sich mit pro-oxidativen Metallen wie zum Beispiel Kupfer, Zink und toxischen
Schwermetallen (Arsen, Blei, Quecksilber, Kadmium, Nickel) zu verbinden und so
ihren Abbau zu ermöglichen.
Carnosin bei der Glykations-Vorsorge
Jüngste Forschungen weisen darauf hin, dass der
wichtigste Effekt von Carnosin auf seiner Wirkung bei der Verhinderung der
Glykation beruhen könnte (Aldini u.a. 2002; Yeargans und Seidler 2003). Was aber
bedeutet Glykation? Wir wollen versuchen, dies in möglichst einfachen Worten zu
erklären:
In jeder einzelnen Sekunde findet im gesamten Körper
ein zerstörerischer Prozess mit der Bezeichnung „Glykation“ statt. Dabei
verbindet sich ein Protein-Molekül mit einem Glukose-Molekül, wobei eine
beschädigte, nicht funktionstüchtige Struktur entsteht. Durch die Glykation
wird die Protein-Struktur verändert und die biologische Aktivität verringert.
Sammeln sich solche Proteine in betroffenem Gewebe, so ist dies ein eindeutiges
Krankheits-Anzeichen. Zahlreiche altersbedingte Krankheiten, wie zum Beispiel
Versteifung der Arterien, Katarakte und neurologische Beschwerden sind
zumindest teilweise der Glykation zuzuschreiben.
Carnosin, welches der Glykation vorbeugt, mag
zugleich beim Abbau der schon betroffenen Proteine von Nutzen sein: Es geht mit
den denaturierten Molekülen eine Verbindung ein und zeichnet sie so für den
Zellabbau aus.
Die Glykation ist als ein entscheidender Faktor bei
Alterungsprozessen seit langem anerkannt und mag auch bei der Entstehung von
Krebs sowie den Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes eine Rolle spielen.
Glukose liefert den Brennstoff für die Glykation, und im Endeffekt entstehen
dabei Produkte einer fortgeschrittenen Glykation, die – nach ihrem englischen
Namen – als AEGs (advanced glycation end products) bezeichnet werden.
Haben sich solche AEGs erst einmal gebildet, so gehen
sie mit den Proteinen in ihrer Umgebung Quervernetzungen ein, die für eine
Verhärtung des Gewebes sorgen. Bei
Diabetikern finden sich AEGs bereits in jüngerem Alter, was die Funktionalität
von Organen, die auf Flexibilität angewiesen sind, entscheidend beeinträchtigt.
Gezeigt hat sich, dass in der Tat die Glykation für die Verhärtung der Arterien
von Diabetikern verantwortlich ist.
Eine Folge der AEGs besteht in einer fünfzigmal
höheren Bildung von freien Radikalen. Bei Diabetes, einem beschleunigten
Alterungsprozess, sind somit die Arterien, die Linse und die Netzhaut des
Auges, die Nerven und die Nieren praktisch einem Dauerangriff ausgesetzt. Durch
eine Bekämpfung der Glykation kann Entzündungen sowie einer Degenerierung der
Nieren erfolgreich entgegengewirkt werden.
Auch Katarakte (auch diese Komplikation findet sich
besonders häufig bei Diabetikern) treten höchstwahrscheinlich als eine Folge
von Glykation auf. Substanzen, die wie Carnosin der Glykation entgegenwirken,
bieten einen Schutz vor dieser Zerstörung. Die Einnahme solcher Gegenmittel
versetzt Menschen in die Lage, zahlreiche unerwünschte Begleiterscheinungen des
Alterns zu verhindern.
Aufgrund seiner Eignung zur Vorbeugung der
Glykation lassen sich mit Hilfe von Carnosin eine Reihe von Komplikationen der
Diabetes, wie zum Beispiel Katarakte, Neuropathie, Arteriosklerose und
Nierenversagen verhindern und behandeln. Zwar schreitet der Alterungsprozess
bei Diabetikern schneller voran, letzten Endes aber lassen AEGs uns alle
altern, weshalb die Einnahme von Carnosin auch für jeden einzelnen von uns von
Nutzen sein kann.
Karbonylation – eine Wirkung über die
Bekämpfung von-Oxidation hinaus
Warum sehen alte Menschen – und auch Tiere – so
entschieden anders aus als junge? Die Antwort ist in den Veränderungsprozessen
zu finden, die in den körpereigenen Proteinen vor sich gehen. Proteine sind die
Substanzen, die in der Hauptsache für das tagtägliche Funktionieren von
lebenden Organismen verantwortlich sind. Daher hat der Zerfall von Proteinen
eine derart verheerende Wirkung auf die Funktionen des Körpers und auf seine
äußere Erscheinung. Im Laufe des letzten
Jahrzehnts haben sich zahlreiche Forschungsansätze auf die Veränderung von
Proteinen als auf die wichtigste Ursache für Begleiterscheinungen der Alterung
und für degenerative Krankheiten konzentriert. Diese Veränderungen sind eine
Folge der Oxidation (wie sie zum Beispiel durch freie Radikale stattfindet) und
weiteren voneinander abhängigen Prozessen wie zum Beispiel der Glykation.
Unser Körper besteht zu großen Teilen aus
Proteinen. Da die körpereigene Verteidigung gegen die Oxidation und andere Attacken
die Proteine nicht ausreichend schützen kann, machen diese, während wir altern,
zerstörerische Veränderungen durch. Neben Oxidation und Glykation ist daran
noch ein weiterer Prozess mit der Bezeichnung Karbonylation Schuld. (Auf eine
biochemische Erklärung des Prozesses soll um der Verständlichkeit willen an dieser Stelle verzichtet werden.
Zusatzinformationen sind, wie gesagt, auf Wunsch jederzeit erhältlich.)
Eine beeindruckende Anzahl wissenschaftlicher
Studien, die von Forschern in Ost und West veröffentlicht wurden, zeigt auf,
dass Carnosin in der Bekämpfung all dieser Formen von Protein-Denaturierung
wirksam werden kann. Die Vorgänge, die zu dieser Wirkung führen, sind ein wenig
komplizierter, lassen sich jedoch in einem einfachen Satz zusammenfassen:
Carnosin stellt die normale Kontrolle über den Zellkreislauf wieder her. Um zu
begreifen, wie dies möglich ist, stellen Sie sich bitte einen Motor vor, bei
dem der Besitzer die notwendigen regelmäßigen Ölwechsel versäumt. Sobald das dem Öl beigemengte Mittel zur
Säuberung aufgebraucht ist, fallen Schmutzstoffe aus, und ein schmieriger Film
setzt sich auf wichtige Teile des Motors. Der Film wird dicker und dicker und
schränkt die Tätigkeit des Motors immer mehr ein, bis der Motor schließlich den
Geist aufgibt. Genau wie der Motor benötigt auch unser Körper ein effizientes
System zum Abbau solcher „Schmier-Filme“. Wenn sich derartige
„Protein-Schmiere“ erst einmal ansammelt, können die Gänge des Zellkreislaufs
rasch verstopfen. Dadurch kann die Effizienz der Zellteilung beeinträchtigt
werden, und – was vielleicht noch wichtiger ist – geschädigte Zellen erhalten
die Möglichkeit, sich zu vermehren. Das Ergebnis ist eine gesteigerte
Instabilität der Chromosomen, die zu Degeneration und Krebs führen kann. Ein
weiteres mögliches Resultat ist die Seneszenz der Zellen, ein Zustand, bei dem
der Zellkreislauf zum Stillstand kommt. Man sieht also, dass die Karbonylation
der Proteine aus den beschriebenen Gründen potentiell fatale Folgen haben kann.
Carnosin hilft uns dabei, unsere Proteine intakt zu halten und – dem Ölwechsel
beim Motor vergleichbar – für einen rechtzeitigen Austausch zu sorgen.
Carnosin scheint traditionellen
Anti-Oxidations-Mitteln, wie zum Beispiel Vitamin E und Selen (beide haben sich
als weniger wirksam erwiesen, als man es in der Vergangenheit erhoffte), bei
weitem überlegen zu sein. Die genannten Wirkstoffe blockieren zwar einige der
möglichen Gefahrenstraßen, bleiben anderen – namentlich der Glykation und der
Karbonylation – gegenüber aber völlig wirkungslos. Es ist zweifelsfrei
erwiesen, dass Mittel zur Bekämpfung der Oxidation einen wirksamen
biochemischen Beitrag bei der Verhinderung von reaktiven Schäden durch
Sauerstoff leisten. Erwartet man von einem Anti-Oxidations-Mittel allerdings
Schutz vor jeglicher Form von Glykation und Karbonylation, so ist das, als
wolle man mit einem einzigen Schraubenzieher ein ganzes Haus bauen. Ein
Schraubenzieher ist zweifellos ein wichtiges Werkzeug – den gesamten übrigen
Inhalt des Werkzeugkastens kann er jedoch auf keinen Fall ersetzen.
Carnosin, das Vielzweck-Werkzeug zum Schutz der
Proteine, ist uns von der Natur gegeben worden, um die zahlreichen Faktoren,
die beim Abbau der körpereigenen Proteine zusammenwirken, unter Kontrolle zu
halten. Die chemischen Nebenreaktionen, die im Laufe der Alterung die
biologische Struktur und Funktion zunichte machen, beruhen auf der toxischen
Wirkung der grundlegendsten Elemente in der Chemie des Körpers: Sauerstoff,
Zucker, Lipide und wichtige Metalle. Ohne diese biochemischen Elemente kommen
wir nicht aus, die Ernährungswissenschaftler haben uns jetzt jedoch das Wissen
an die Hand gegeben, mit der wir ihre Nebenwirkungen besser kontrollieren
können.
So lassen sich zumindest in Ansätzen die
zahlreichen Anwendungsgebiete von Carnosin erklären: Beim Sport und bei
Bodybuilding wird der Wirkstoff beispielsweise häufig verwendet, um die
Skelettmuskeln vor Verletzungen zu schützen, um gleichzeitig die Kraft der
Muskeln zu erhöhen und ihre Erholung nach anstrengendem Training zu
beschleunigen. Auf diesen Punkt werden wir an späterer Stelle noch einmal
ausführlicher eingehen.
Carnosin im Kampf gegen Alterungsprozesse
– eine Kombination von zahlreichen Wirkungsweisen
Carnosin wirkt auf so vielfältige Weise der Alterung
entgegen, das es kaum fasslich scheint, wie ein einziges simples Dipeptid einen
derartigen Effekt auf die Verjüngung unseres Körpers ausüben kann. Carnosin
verfügt über eine einzigartige Fähigkeit zur Erneuerung alter Zellen. Stets war
man davon ausgegangen, dass einmal gealterte Zellen nicht wieder erneuert
werden könnten, bis das Augenmerk sich schließlich – überraschend spät - auf
Carnosin richtete.
Unserem derzeitigen Wissensstand nach hat es den
Anschein, als könnten die meisten Zellen sich nur eine begrenzte Anzahl von
Malen teilen. Je mehr Carnosin jedoch in den Zellen vorhanden ist, desto mehr
Teilungen können erfolgen. Daraus folgt, je gesünder wir die Zellen halten
können, indem wir eine schnelle Alterung älterer Zellen verhindern, desto
länger wird der Zeitabstand zwischen den Zellteilungen und desto länger kann
unser Leben dauern.
In einem kürzlich veröffentlichten Artikel
berichtete Dr. Marios Kyriazis, dass Patienten, die Carnosin einnehmen, häufig
Komplimente für ihr jugendliches Aussehen erhalten. Darin mag sich ein Phänomen
wiederspiegeln, das im Laborversuch bereits bewiesen ist: Carnosin verjüngt in angelegten Zellkulturen
tatsächlich ältere Zellen (Hipkiss 2002). Auch im Tierversuch hat sich bereits gezeigt,
dass Carnosin die Entwicklung äußerlich sichtbarer Alterserscheinungen
erfolgreich verhindern kann.
Dr. Marios Kyriazis
In der Versuchsreihe, die Dr. Kyriazis
durchführte, ließ sich das Auftreten von
Hautgeschwüren sowie von Verletzungen im Augenbereich, von
Rückgratverkrümmungen und Verhaltensauffälligkeiten bei älteren Tieren durch
die Gabe von Carnosin erheblich hinauszögern. In einem weiteren kürzlich
veröffentlichten Artikel berichteten russische Wissenschaftler, dass die Mäuse,
denen Carnosin verabreicht worden war,
nicht nur wesentlich jünger aussahen, sondern dass sich ihre Lebensdauer um 20%
verlängerte. Gerüchten nach soll sogar der ehemalige russische Präsident Boris
Jelzin das „russische Supervitamin“ – Carnosin – eine Zeitlang genommen haben,
weshalb er jetzt zehn Jahre jünger erscheint.
Bei der erstaunlichen Wirkung, die Carnosin auf
unsere Haut ausüben kann, handelt es sich nicht um einen bloßen kosmetischen
Effekt. Weit gefehlt: Carnosin verfügt über die verblüffende Fähigkeit, die
Zeichen des Alterungsprozesses von Hautzellen, die sich ihrer Seneszenz nähern,
rückgängig zu machen, ihnen ihre normale Erscheinung zurückzugeben und ihre
Lebensdauer zu verlängern. Diese Funktionen werden der Wirkung zugeschrieben,
die Carnosin bei der Bekämpfung von Protein-Veränderung zukommt. Die begrenzte
Fähigkeit unserer Zellen, sich durch Teilung zu erhalten, ist unter der
Bezeichnung Hayflick-Begrenzung bekannt geworden.
Die Hayflick-Begrenzung hat etwas mit der
Sterblichkeit unserer Zellen zu tun. Die meisten Zellen regenerieren sich,
indem sie sich teilen und sodann ein Paar von neuen Zellen formen. Bereits 1961
entdeckte Dr. L. Hayflick, dass die Zellen schließlich bei diesem Teilungsvorgang
an eine Altersgrenze stoßen, nach der sie sich nicht mehr weiter teilen können.
In einer mittlerweile berühmt gewordenen Versuchsreihe wies Hayflick nach, dass
sich menschliche Zellen in einer Kultur lediglich 60 bis 80 mal teilen können.
Im jungen Erwachsenenalter haben sie noch 30 bis 40 Teilungen vor sich, im
hohen Alter hingegen bleiben ihnen nicht mehr als 10 bis 20 übrig. Wenn eine
Zelle die „Hayflick-Begrenzung“ erreicht, tritt sie in einen Zwischenzustand
ein, den man als Zell-Seneszenz bezeichnet. Zellen in der Seneszenz sind zwar
noch am Leben, in ihrer Form und Funktion sind sie jedoch erheblich gestört.
Junge Zellen – dies lässt sich in angelegten Kulturen gut aufzeigen – gleichen
einander in der Erscheinung und ordnen sich miteinander in parallelen Linien
an. Zellen in der Seneszenz hingegen nehmen ein körniges Aussehen und
merkwürdige Formen und Größen an. Sie haben ihre Fähigkeit, ein regelmäßiges
Muster aus parallelen Linien zu formen, verloren.
In einer beeindruckenden Versuchsreihe haben
australische Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. McFarland nachgewiesen,
dass Carnosin Zellen, die sich der Seneszenz nähern, wieder verjüngen kann. Das
Aufregendste an dieser Entdeckung ist, dass Carnosin sogar in der Lage ist,
bereits aufgetretene Alterserscheinungen in den Zellen noch einmal rückgängig
zu machen. Die Zellen, die auf ein Carnosin-haltiges Medium aufgetragen wurden,
gewannen rasch ihr jugendliches Aussehen und oft sogar die Fähigkeit zur
Teilung zurück. Zudem arrangierten sie sich in dem von jungen Zellen bekannten
Muster (parallele Linien). Wurden die Zellen anschließend aber auf ein Medium
ohne Carnosin aufgetragen, so stellten sich die Anzeichen der Seneszenz
umgehend wieder ein. Selbst bei bereits gealterten Zellen verlängerte Carnosin
die Lebensdauer.
Diese Ergebnisse wurden durch britische Forscher
unter der Leitung von Professor Hipkiss bestätigt. Auch diese Wissenschaftler
wiesen nach, dass Carnosin die Lebensdauer von menschlichen Zellen
(Fibroblast-Zellen) verlängert. Das Forschungsteam ist inzwischen für den
Anti-Ageing Science Award (Forschungspreis für Arbeiten zur Bekämpfung von
Alterserscheinungen) an der Universität von Chikago nominiert worden.
Die revitalisierende Wirkung, die Carnosin auf die
Fibroblast-Zellen ausübt, mag auch erklären, warum es sich als so segensreich
in der Behandlung von Operationswunden erweist.
Warum bekommt unsere Haut die allseits gehassten
Falten? Auch diese Erklärung lässt sich in dem schon beschriebenen
Alterungsprozess der Zellen finden: Zellen in der Seneszenz verhalten sich von
der Norm abweichend, und sie scheinen sich mit zunehmendem Alter in der
menschlichen Haut zu sammeln. Bereits eine geringe Anzahl solcher Zellen in der
Seneszenz reicht jedoch aus, um die Funktion und Einheit der Haut zu
beeinträchtigen. Unsere Haut „schlägt somit Falten“. Tatsächlich sammeln sich
diese Zellen im Alter in sämtlichen Organen und im Gewebe, wo sie dem ihnen
vorbestimmten Zelltod Widerstand leisten und zum altersbedingten Verfall
beitragen. Darüber hinaus tragen Zellen in der Seneszenz dadurch, dass sie die
Mikro-Umgebung des Gewebes verändern, möglicherweise auch zu der im Alter
zunehmenden Häufigkeit von Krebs bei.
Muskeln und Störungen
der Muskeln
In den Lebensjahren zwischen 20 und 70 nimmt die
Masse unserer mageren Körpersubstanz – das heißt die Masse unserer Muskeln – um
20% ab, und die Stärke und Leistungsfähigkeit der Muskeln schwindet in gleichem
Maße. Die Carnosin-Konzentration in den Muskeln verringert sich mit zunehmendem
Alter um die Hälfte, und die anti-oxidierende Wirkung des Carnosin wird
ebenfalls um die Hälfte geringer. Diese Reduzierung der Carnosin-Konzentration
in den Muskeln mag einen Grund für die altersbedingte Abnahme der Muskelmasse
sowie die Verringerung von deren Stärke und Leistungsfähigkeit darstellen.
Die aktiven, starken, sogenannten schnellen
Muskelfasern enthalten viel Carnosin, schwache, verkümmerte Muskeln hingegen
nur wenig. Der russische Wissenschaftler Severin beobachtete in den Fünfziger
Jahren, dass erschöpfte, isolierte Muskelmasse sofort ihre volle Energie
wiedererlangte, wenn man der Flüssigkeit, in der sie aufbewahrt wurde, Carnosin
beigab. Das australische Team unter Leitung von MacFarlane hat kürzlich
nachgewiesen, dass die Gabe von Carnosin die Stärke und Leistungsfähigkeit von
müden Muskeln erhöht. Je mehr Carnosin man einnimmt, desto höher ist die
Konzentration in den Muskeln.
Bei der Behandlung der folgenden neuromuskulären
Störungen kann Carnosin eine Rolle spielen:
-
ALS (amyotrophische Lateralsklerose)
-
Muskeldystrophie,
„Duchenne-Syndrom“
-
Myasthenia
gravis
-
Polymyositis
-
Medikamente-bedingte
Muskelerkrankungen
-
Spät ausbrechende mitochondriale
Myopathie
Die Rolle von Carnosin bei der Behandlung von
neuromuskulären Erkrankungen ist wissenschaftlich untersucht worden, und das
Ergebnis macht eine Nahrungsergänzung mit Carnosin ratsam. Zwar kann Carnosin
diese schweren Erkrankungen nicht heilen, es hält jedoch den Oxidations-Stress
auf und kann die Beweglichkeit der Muskeln erhöhen, wodurch deren Stärke und
Leistungsfähigkeit gesteigert werden.
Patienten, die an der Duchenne-Form der
Muskeldystrophie leiden, verfügen lediglich über die Hälfte der für gewöhnlich
in den Muskeln vorhandenen Menge an Carnosin. Somit scheint eine
Nahrungsergänzung mit Carnosin sich geradezu anzubieten.
Bereits 1953 wies der russische Wissenschaftler E.S.
Severin nach, dass Carnosin ganz wesentlich zur physikalisch-chemischen
Pufferung in den Skelettmuskeln beiträgt. Diese sorgt für den Erhalt des
Säure-Gleichgewichts bei großer körperlicher Anstrengung und der damit
verbundenen Ansammlung von Milchsäure. Carnosin ist für bis zu 30% der
Puffer-Fähigkeit des Körpers verantwortlich.
Wir alle wissen, dass wir ermüden und uns
erschöpft fühlen, wenn sich bei anstrengender körperlicher Betätigung die
Milchsäure in unseren Muskeln sammelt und der pH-Wert fällt. Da die
Carnosin-Konzentration in den Muskeln mit dem Alter abnimmt, sinkt auch die
Stärke und Leistungsfähigkeit unserer Muskeln, während wir altern. Eine
Nahrungsergänzung mit Carnosin stellt die ursprüngliche Carnosin-Konzentration
in den Muskeln wieder her, macht sie somit stärker und leistungsfähiger und
erlaubt ihnen, sich schneller zu erholen.

Carnosin unterstützt die Funktion der Kalziumpumpe in
den Muskelzellen und hält die Kalziumkanäle offen. Liegt ein Carnosin-Mangel
vor, so versagt die Pumpe und die Kanäle schließen sich. Carnosin bekämpft die
schädlichen Reaktionen, die dies verursachen, und erweist sich damit allem
Anschein nach als ideales Nahrungsergänzungsmittel für Sportler. Carnosin wird
nicht als Substanz gewertet, die unter das Doping-Gesetz fällt.
Wie durch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen wurde, schützt Carnosin die Skelettmuskulatur
vor Verletzungen, erhöht Kraft und Leistungsfähigkeit der Muskeln und
beschleunigt deren Erholung nach anstrengender körperlicher Betätigung.
In einer japanischen Versuchsreihe wurde die
Beziehung zwischen der Carnosin-Konzentration in den Skelettmuskeln, der
Faser-Verteilung und der körperlichen Leistungsfähigkeit bei hoher Intensität
an elf gesunden Männern untersucht. Die oben beschriebenen Folgerungen wurden
dadurch bestätigt. Detaillierte Informationen zu dieser wie zu anderen
Versuchsreihen zu diesem Bereich sind auf Wunsch jederzeit erhältlich.
Verbesserung der
sexuellen Funktionen
Die Produktion von Stickstoff-Sauerstoff (NO) ist zum
Erlangen und Halten einer Erektion unverzichtbar. Carnosin ist das natürliche
Substrat für NO. Anders ausgedrückt, unser Körper stellt NO aus Carnosin her
(Alaghband-Zadeh 2001). Somit erhöht eine Nahrungsergänzung mit Carnosin
automatisch auch die Potenz.
Katarakte
Carnosin verhindert nicht nur die Bildung von
Endprodukten einer fortgeschrittenen Glykation (AGE = advanced glycation end
product), sondern ist außerdem in der Lage, normale Proteine vor der toxischen
Wirkung der AGEs zu schützen, die sich bereits gebildet haben. Ein
ausgezeichneter Versuch, der am King’s College der Universität von London
durchgeführt wurde, machte diesen Punkt deutlich. (Auch über diesen Versuch
sind detaillierte Fachinformationen jederzeit erhältlich)
Patienten, die an den Krankheiten Alzheimer und
Parkinson leiden, bekommen häufiger Glaukome als gesunde Menschen. Das liegt
daran, dass mit diesen Krankheiten mehrere schädliche biochemische Reaktionen,
namentlich Glykation, Bildung von AEGs und Karbonylation, gleichzeitig
einhergehen. Da Carnosin all diese Prozesse verhindert, scheint es ein ideales
Nahrungsergänzungsmittel für Menschen, bei denen ein Risiko besteht, dass sie
diese Krankheiten entwickeln, sowie für die, die bereits darunter leiden.
Mit Hilfe von Carnosin-haltigen Augentropfen ließ
sich der Verlust der Sehkraft bei Menschen erwiesenermaßen hinauszögern. Die
Tropfen zeigten in 100% der Fälle mit primär-senilen Katarakten und in 80% der
Fälle mit dem Vollbild seniler Katarakte eine Wirkung (Wang und andere 2000).
Carnosin-haltige Augentropfen sind in der Lage, sowohl in die wasserhaltigen
als auch in die lipiden Bereiche des Auges einzudringen, und sie verhindern und
heilen erwiesenermaßen durch Licht verursachte Risse im Auge. In Russland sind
Carnosin-haltige Augentropfen bereits für die Behandlung verschiedener Augenkrankheiten
beim Menschen zugelassen.
Diabetes und ihre Komplikationen
Ein an Diabetes erkrankter Mensch scheidet mit seinem
Urin eine große Menge Zucker und weitere Substanzen, Proteine (darunter
Carnosin) und Magnesium aus. Da Diabetes die Glykation fördert und der Patient
an Carnosin-Mangel leidet, neigen die Arterien dazu, sich zu verhärten. Aus
diesem Grund treten Arteriosklerose, Herzinfarkte und Schlaganfälle bei
Diabetes-Patienten dreimal so häufig auf wie bei gesunden Menschen.
Carnosin ist als die Substanz bekannt, die über die
H3-Rezeptoren im autonomen Nervensystem den Gehalt des Blutzuckers
kontrolliert. Ergebnisse von Tierversuchen deuten darauf hin, dass schwangere
Ratten mit niedrigen Carnosin-Werten mit größerer Wahrscheinlichkeit an
Diabetes erkrankte Nachkommen hervorbrachten. Dies lässt sich dadurch erklären,
dass Carnosin die Glukose-Toleranz des Babys im Mutterleib erhöht. Demzufolge
kann Carnosin als hilfreiches Nahrungsergänzungsmittel für alle werdenden
Mütter empfohlen werden: Durch die Einnahme lässt sich das Diabetes-Risiko des
ungeborenen Kindes senken.
Die Einnahme von Carnosin ist für alle Diabetes-Patienten
empfehlenswert, da es die Risiken der Komplikationen, namentlich von
Herzanfällen, Schlaganfällen, Arterienverhärtung, Nieren- und Augenproblemen
verringert.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Der gesunde Herzmuskel enthält von Natur aus
Carnosin, aber durch eine Nahrungsergänzung mit Carnosin lässt sich die Stärke
und Leistungsfähigkeit des Herzens erheblich erhöhen. Kontraktiles Versagen der
Herzmuskel-Zellen ist eine häufige Todesursache bei bestimmten
Herzerkrankungen. Einer kürzlich durchgeführten pharmakologischen Studie nach
verbessert Carnosin die Kontraktions-Fähigkeit des Herzmuskels bei Hypoxie im
gleichen Maße wie Verapamil, ein Kalziumkanal-Blocker, der häufig für die
Behandlung von Herzkrankheiten verschrieben wird (Bharadwaj u.a. 2002). Damit
eröffnen sich durch Carnosin völlig neue Horizonte in der Behandlung von
Herzmuskel-Insuffizienz.
Carnosin schützt das Herz und die Arterien.
Carnosin wirkt sich in verschiedener Weise positiv
auf das Herz und die Blutgefässe aus:
-
es steigert die Stärke der
Herzmuskel-Kontraktionen
-
es senkt erhöhten Blutdruck
-
es schützt vor Sauerstoffmangel
(Hypoxia oder Ischämie) bei Herzkranzerkrankungen
-
Es verhindert die Oxidation von
Cholesterin und damit die Entstehung von Arteriosklerose.
Carnosin kann bei der Behandlung von reduzierter Pumpeffizienz
des Herzens, der Kernursache von Herzversagen, umfassend eingesetzt werden.
Darüber hinaus bekämpft Carnosin auch das für Fettsucht verantwortliche Hormon
Leptin. Dieses Hormon ist im Blut von fettsüchtigen und übergewichtigen
Patienten in viele Male höherem Maße vorhanden als bei gesunden Menschen und es
erhöht den Blutdruck.
Schlaganfälle
Russische Wissenschaftler haben sich in
Versuchsreihen mit Ratten darauf konzentriert, die Wirkung von Carnosin auf
schlaganfallgefährdete Patienten zu untersuchen. Dabei zeigte sich in einem
ersten Experiment, dass die Folgen von Sauerstoffmangel sich bei einer
Behandlung mit Carnosin weniger gravierend auswirken.
Carnosin ist ein Neuro-Überträger
und schützt das Protein Proteasom.
In einem zweiten Experiment fanden die Forscher
heraus, dass Carnosin bei Sauerstoffmangel im Gehirn schützend auf die
Nervenzellen wirkt. Mit Carnosin behandelte Tiere wiesen bessere
Elektrokardiogramme, weniger Laktat-Sammlung (ein verlässliches Anzeichen für
die Schwere einer Verletzung) und einen verbesserten Blutstrom im Gehirn auf.
Alles in allem erweist sich Carnosin offensichtlich als ein ideales
Nahrungsergänzungsmittel für die Vorbeugung und die Behandlung sämtlicher
Herz-Kreislauf-Störungen
Neurologische und psychiatrische
Störungen
Carnosin ist zum Schutz von Nervenzellen vielseitig
einsetzbar...
Die Evolution hat dafür gesorgt, dass erhebliche
Mengen von Carnosin im jungen, gesunden Gehirn vorhanden sind, die dort die
unendlich wertvollen Zellen vor Beschädigung und Zerfall schützen. Die
schützenden Mechanismen bestehen aus der – bereits mehrfach erwähnten –
Bekämpfung der Oxidation sowie der Verhinderung von Glykation und
Karbonylation. Darüber hinaus schützt Carnosin auch das Protein proteasomes, das eine entscheidende Rolle bei der Ausscheidung von
Proteinen, die der Karbonylation bereits anheim gefallen sind, spielt. Carnosin
hält die Deformation von Proteinen schlicht und einfach auf, und könnte damit
einer Verhinderung der Alzheimer-Krankheit den Weg bereiten oder zumindest eine
Verlangsamung des Krankheitsverlaufs ermöglichen. Auch andere Formen von Demenz
und leichter geistiger Behinderung ließen sich auf diese Weise behandeln.
Bei chronischen Störungen des Gehirns, bei den
Erkrankungen Alzheimer und Parkinson sowie bei Epilepsie, Depressionen und
Schizophrenie herrscht Oxidations-Stress vor und zudem finden auch all die
anderen gefährlichen, voneinander abhängigen Reaktionen in hohem Maße statt.
Die Glykation sorgt für die Denaturierung von Proteinen und produziert AEGs,
die ihrerseits der Oxidation der Lipiden in den Zell-Membranen neuen Treibstoff
verleihen. Detaillierte Informationen über weitere biochemische Vorgänge in
diesem Zusammenhang stellen wir auf Wunsch gern zu. Alles in allem wirken diese
Reaktionen der Arbeit der Neuro-Überträger entgegen.
Carnosin kämpft gegen Oxidations-Stress (Boldyrev
und andere 1999) sowie gegen die schädlichen Folgereaktionen an. Carnosin wirkt
zudem selbst als ein Neuro-Überträger, als Mittel zur Krampflösung und zum
Abbau von Schwermetallen (Chez und andere 2002). Somit ist es zum Schutze der
Nervenzellen bei sämtlichen neurologischen und psychiatrischen Störungen und
Erkrankungen vielseitig einsetzbar.
Carnosin ist als Substanz zum Schutz von Nervenzellen umfassend wirksam.
Alzheimer und leichte Behinderungen im
kognitiven Bereich
Die Alzheimersche Krankheit ist eine degenerative
Störung des Gehirns, die einen rasch fortschreitenden Verfall der
Gedächtnisleistung und der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten verursacht.
Schleichend und unaufhaltsam greift die Krankheit in sämtlichen Bereichen der
Hirnrinde und einigen umliegenden Strukturen die Nervenzellen an und
beeinträchtigt auf diese Weise bei dem betroffenen Patienten die Fähigkeiten,
seine Gefühle zu beherrschen, Irrtümer und deren Muster zu erkennen, Bewegungen
zu koordinieren und sich zu erinnern. Letzten Endes verliert der Erkrankte sein
Gedächtnis und seine geistigen Funktionen völlig. Eine Heilung gibt es nicht.
Abgesehen von der fortschreitenden Zerstörung von
Nervenzellen finden sich in den Gehirnen von Patienten, die an Alzheimer
verstorben sind, eine breite Palette weiterer Anomalitäten. Unter anderem fand
sich eine Substanz mit der Bezeichnung Beta-Amyloid, die ebenfalls für die
Zerstörung von Nervenzellen sorgt. Im Zusammenwirken mit anderen Substanzen
kann Beta-Amyloid zudem die Nerven und Arterien des Gehirns schädigen. Wie
bereits an anderer Stelle erklärt, hat sich in Versuchsreihen gezeigt, dass die
Behandlung mit Carnosin die durch das β- Amyloid verursachte
Zellzerstörung reduzieren oder sogar völlig verhindern kann. Carnosin blockiert
und deaktiviert β- Amyloid und schützt auf diese Weise Nervengewebe vor
Demenz.
Darüber hinaus schützt Carnosin die Gehirnzellen,
indem es hochgiftige Alpha- und Beta-unsaturierten Aldehyd-Acroleine bekämpft.
Auf diese Weise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einer
Zellzerstörung durch Oxidation als „toxikologischer zweiter Botschafter“ tätig
wird.
Jüngste Forschungen haben außerdem bestätigt, dass
das giftige Aldehyd Crotonalaldehyd (CA) letzten Endes im Verlauf der
Peroxidation von Lipiden zur Zerstörung
von Proteinen führt. Carnosin bekämpft
sämtliche Aldehyde: Damit lässt sich seine heilsame Wirkung bei der Vorbeugung
von Alzheimer und anderen Krankheiten, die mit Oxidations-Stress einhergehen,
erklären.
Studien – unter anderem von Burcham im Jahr 2000 und
Fontaine im Jahr 2002 haben diese Zusammenhänge nachgewiesen.
Die Wirkung von Carnosin beim Abbau von
Metallen könnte zur Verhinderung von Alzheimer führen oder den
Krankheitsverlauf verlangsamen
In Labor-Versuchen ist von übermäßigen Mengen von
Metall-Ionen wie zum Beispiel Zink und Kupfer in den Gehirnen von
Alzheimer-Patienten berichtet worden. Solche Ionen sorgen möglicherweise für
eine Veränderung der chemischen Architektur von gewöhnlichem Beta-Amyloid,
dessen schädliche Wirkung sich dadurch noch steigert. Eine leicht säurehaltige
Umgebung schient für den Prozess, der diese Metalle an das Beta-Amyloid bindet,
von Nöten zu sein. Experten haben beobachtet, dass sich derartige Bedingungen
(säurehaltige Umgebung und höhere Mengen von Zink und Kupfer) häufig als
Bestandteil der entzündlichen Reaktion auf eine Verletzung finden lassen.
Carnosin verfügt über die einzigartige Fähigkeit, Kupfer, Zink und andere
Metalle aufzugreifen und sie aus dem Körper zu entfernen, wie wir in dem
Kapitel über den Abbau von Schwermetallen bereits genauer erklärt haben. Diese
Funktion des Carnosin könnte bei der Vorbeugung von Alzheimer bzw. bei einer
Verlangsamung des Krankheitsverlaufs sowie bei der Behandlung anderer
Verfallserscheinungen des Gehirns von höchster Bedeutung sein.
Ultraschallaufnahme vom Gehirn eines
Alzheimer-Patienten. Die rosa gefärbten Bereiche stellen die zerstörten Teile
des Gehirns dar.
Leichte Behinderungen im kognitiven
Bereich
Unter dem Begriff „Leichte Behinderungen im
kognitiven Bereich“ (nach der englischen Bezeichnung mild cognitive impairment
auch kurz „MCI“ genannt) lässt sich ein kürzlich erfasstes Syndrom
zusammenfassen, das man derzeit für eine Übergangsphase zwischen der gesunden
Alterung des kognitiven Bereichs und der Demenz hält. In juengster Zeit sind
Hinweise aufgetaucht, die vermuten lassen, dass MCI-Patienten mehr
Gemeinsamkeit (in ätiologischer Hinsicht) aufweisen, als bisher angenommen
wurde. So hat man allem Anschein nach zum Beispiel die Bedeutung von
zerebrovaskulären Erkrankungen (Gefäßerkrankungen des Gehirns) als mögliche
Ursache für MCI bisher unterschätzt. Dass MCI sich als Krankheitsbild so
übergreifend und allgemein darstellt, erschwert eine akkurate Beurteilung des
Auftretens, der Prognose und der Wirkung von Behandlungsmethoden erheblich. In
jedem Fall scheint sich jedoch Carnosin durch seine hohe Wirksamkeit
beim Schutz von Nervenzellen als ideales Nahrungsergänzungsmittel für Patienten
mit offensichtlichen oder vermuteten leichten Behinderungen im kognitiven
Bereich zu erweisen.
Die Parkinson-Krankheit
Die Ursache für diese Erkrankung lässt sich letzten
Endes in der Tätigkeit bestimmter toxischer freier Radikaler und ihrer
Verbindungen finden, die gewisse Zellen im Gehirn beschädigen. Solche Radikale
sind auch in der Lage, Gehirnzellen vorzeitig abzutöten. Es hat sich gezeigt,
dass Carnosin in der Lage ist, das Aufkommen dieser Radikalen zu verhindern und
auf diese Weise für den Schutz der Gehirnzellen zu sorgen (Kang und andere
2002)
Bestimmte Partikel im Gehirn von Parkinson-Patienten
sammeln eine Substanz mit der Bezeichnung Alpha-Synuclein, durch die der
Verlauf der Krankheit beschleunigt wird. Die Entstehung dieser Substanz erfolgt
durch Oxidations-Stress. Carnosin ist in der Lage, sowohl gegen
Oxidations-Stress als auch gegen die Entstehung von Alpha-Synuclein zu kämpfen
(Kim und andere 2002).
Epilepsie und Schizophrenie
Diese beiden chronischen Erkrankungen gehören zu den
Störungen, bei denen Oxidations-Stress und Karbonylation die Gehirnzellen
zerstören. Carnosin kämpft effektiv gegen diese Reaktionen an und ist somit als
Nahrungsergänzungsmittel für Patienten mit den genannten Krankungen mehr als
geeignet (Petroff und andere 2000; 2001; Nguimfack Mbodie 2002). Carnosin ist
zudem ein krampflösendes Mittel. (Chez und andere 2002)
Schlaganfälle
Laborversuche an Tieren weisen darauf hin, dass eine
Nahrungsergänzung mit Carnosin die Gehirnzellen vor Ischämie (Mangel an
Sauerstoff), wie sie sich während eines Schlaganfalles und unmittelbar danach
ereignet, schützen kann. Die Sterblichkeit der Tiere, die an Ischämie litten,
betrug nach einer Vorbehandlung mit Carnosin nur noch 30% gegenüber den 67% bei
den unbehandelten Tieren (Stvolinsky und andere 2000). In einer vergleichbaren
britischen Studie verringerte sich die Sterblichkeit nach einem Ischämie-Anfall
von 55% auf nur noch 17% (Gallant und andere 2000). Mehr und mehr führende
Wissenschaftler in diesem Bereich empfehlen Carnosin als ein höchst wirksames
Nahrungsergänzungsmittel zur sekundären Vorbeugung von Schlaganfällen (Suslina
und andere 2000; Stvolinsky und Dobrota 2000; Khaspekow und andere 2002;
Tabakman und andere 2002).
Störungen im autistischen Bereich
Dem in Chikago ansässigen Neurologen Dr. Michael Chez
ist jüngst ein entscheidender Durchbruch bei der Behandlung von Störungen des
autistischen Bereichs (Autismus und Asperger Syndrom) gelungen. Seit dem Jahr
2001 hat er fast 1000 autistische Kinder mit Carnosin behandelt, und Berichten
von Dr. Chez nach hat sich bei 80 bis 90 Prozent dieser Kinder der Zustand
innerhalb von acht Wochen entscheidend verbessert. Carnosin wird im vorderen
Bereich des Gehirns aktiv, wo es sich mit Überträgern in der Tiefe des Gehirns
verbindet, erläutert Dr. Chez.
Eltern mit autistischen Kindern berichten, dass eine
Nahrungsergänzung mit Carnosin ihren Kindern wirklich geholfen hat. In einem
Fernseh-Interview sagte Rose Stodola, die Mutter eines autistischen Kindes:
„Fast sofort, auf jeden Fall schon in der ersten Woche, habe ich Veränderungen
bemerkt.“ „Die Sportlehrerin kam zu mir und rief: Gott im Himmel, er ist ja ein
völlig anderes Kind“, fügte Maureen Sieger hinzu. Der vierjährige Nicholas
Stodola hatte bis dato mit keinem Menschen gesprochen. Dann jedoch hatte er
begonnen, Carnosin einzunehmen, und seine Umgebung stellte beinahe
augenblicklich eine entscheidende Verbesserung seiner Kontaktfähigkeit fest.
Dr. Charles Chez stellte fest, dass diese Art von
Veränderungen typisch für 80% dieser und anderer autistischer Kinder ist.
Einige sprangen in ihrer Lesefähigkeit um acht Monate voraus, und auch ihr
Verhalten veränderte sich zum Besseren. „Die Reaktionszeit, der Augenkontakt
und auch das soziale Bewusstsein verbesserten sich, und im Allgemeinen
profitierten auch die Fähigkeiten im Spiel“, berichtete der Kinder-Neurologe.
Diese Erkenntnisse sind wahrhaftig atemberaubend:
Carnosin wirkt stabilisierend und schützend auf die Gehirnzellen und ist somit
in der Lage, Kindern wie dem kleinen Nicholas zu helfen. Und das ist
möglicherweise erst der Anfang. Carnosin ist vermutlich auch geeignet,
Patienten mit Alzheimer, einer Krankheit, die gewisse Ähnlichkeiten mit
Autismus aufweist, zu helfen, ja es hat für einige Alzheimer-Patienten bereits
zu Verbesserungen geführt. Auch für Kinder mit anderen Störungen hat sich
Carnosin bereits als ein Segen erwiesen. Dr. Chez erklärt: „Wir hatten hier
Eltern, die von ihren Kindern mit Legasthenie-Problemen erzählt haben: Bei
denen verbesserte sich die Lesefähigkeit. Und bei Kindern mit der
Borderline-Aufmerksamkeitsstörung haben wir gerade Verbesserungen bei Tests
festgestellt.“ Schon bald könnten auch andere Väter und Mütter die gleichen
Reaktionen erleben wie die Eltern des kleinen Nicholas. „Dr. Chez und sein
Carnosin haben uns unseren Sohn zurückgegeben“, sagt Mrs. Stodola. Auch
verschiedene nicht-autistische Erwachsene berichten, die Einnahme von Carnosin
habe bei ihnen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und einer Verbesserung der
Gedächtnisleistung geführt.
Das Team von Dr. Chez hat eine Doppel-Blindstudie an
31 autistischen Kindern durchgeführt. Ihnen wurde eine tägliche Dosis von 400
mg L- Carnosin verabreicht, und keinerlei unerwünschte Nebeneffekte sind
beobachtet worden. Der Bericht wurde von Journal of Child Neurology
(Zeitschrift für Kinder-Neurologie) zur Veröffentlichung angenommen.
Dr Michael G. Chez
Dr. Michael Chez; Spezialist und
Professor auf dem Feld der Kinder-Neurologie.
Weitere
gesundheitliche Vorteile durch die Wirkung von Carnosin
Bereits 1936 wurde festgestellt, dass Carnosin sich
bei der Vorbeugung und der Behandlung von Magengeschwüren als hilfreich
erweisen kann. In einer erst kürzlich durchgeführten Studie hat sich gezeigt,
dass die orale Einnahme von Carnosin die Bildung von Erosionen sowohl im Magen
als auch im Zwölffingerdarm verhinderte (Truitsina und andere 1997). Patienten,
die an Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren leiden, können also von einer
Nahrungsergänzung mit diesem faszinierend vielseitigen Dipeptid profitieren.
Magengeschwüre und nervöse Magenbeschwerden ohne
Geschwürbildung zerstören in der ganzen Welt das Leben von Millionen von
Menschen. Sie schwächen die Betroffenen und führen zu ständigen Ausgaben für
frei erhältliche wie für verschriebene Medikamente, Diagnosen und
Behandlungsmethoden. Einer der
wichtigsten verursachenden Faktoren für die Geschwürbildung sowohl im Magen als
auch im oberen Bereich des Dünndarms ist das spiralförmige Bakterium
Helicobacter pylori. Mehr als 75% der Patienten mit Magengeschwüren leiden an
einer Infektion mit diesem Bakterium. Vielleicht der zweitwichtigste
verursachende Faktor für diese Geschwüre ist jedoch die Einnahme von nicht
steroidhaltigen, entzündungshemmenden Medikamenten, darunter Aspirin und andere
Substanzen, die im freien Verkauf erhältlich sind. Diese Drogen verhindern die
Bildung nützlicher Enzyme, die für die Unversehrtheit des oberen
Magen-Darm-Traktes sorgen und die Blutzufuhr zum Magen fördern. Obwohl man
inzwischen eine Klasse von entsprechenden Medikamenten entwickelt hat, die
weniger aggressiv auf die Bildung dieser Enzyme einwirken, tragen alle
Medikamente der genannten Art noch immer das Risiko Geschwür-bedingter Komplikationen
in sich.